Zucht
Ein kleiner Ausblick und der aktuelle Wissensstand
Was wissen wir bereits?
Wenn man nach Pandaschmerlen im Internet sucht und sich so die ersten Steckbriefe dazu durchliest und in den Bereich Zucht kommt, herrscht überall gähnende Leere. Es wird vereinzelt mal davon gesprochen, dass es bereits in wenigen Fällen zu einer erfolgreichen Vermehrung in Gefangenschaft gekommen sein soll. Nähere Informationen diesbezüglich gibt es überhaupt nicht, zumindest nicht im deutsch- oder englischsprachigen Raum. Wenn man weitersucht findet man eine Handvoll Berichte von Zuchtprojekten, allerdings gibt es auch dort nur spärliche Informationen und bei den meisten Projekten gab es bereits nach wenigen Wochen oder Monaten schon gar keine Updates mehr und auch keine erfolgreiche Vermehrung.
In einem deutschen Forum bin ich dann irgendwann fündig geworden. Dort ist es wohl mal jemanden gelungen und berichtet dort von etwa 50 Jungtieren. Allerdings wurden dort auch nur über wenige Wochen neue Informationen veröffentlicht, wie es aktuell um das Projekt steht, kann man nicht herausfinden, auch der Versuch der Kontaktaufnahme zu demjenigen ist mir nicht geglückt. Daher war auch hier kein Weiterkommen und die eigene Recherche musste weitergehen.
Aus diesem Projektbericht und ein paar wissenschaftlichen Arbeiten habe ich mir meine grundlegenden Informationen zusammengesucht.
Viel ist es nicht, aber das war meine Grundlage:
1. Schmerlen sind Freilaicher
Das kann alles oder aber auch nichts bedeuten. Allgemein definiert bedeutet das, dass die Tiere keine Brutpflege betreiben und die Eier und Spermien einfach in das freie Wasser abgeben. Im besonderen Fall der Pandaschmerlen graben die Männchen kleine Gruben im Sand oder Kies und locken ein paarungsbereites Weibchen in diese Grube. Dies passiert meist in versteckten, ruhigen Bereichen des Aquariums. Die Weibchen legen dann ihre Eier in der Grube ab und das Männchen befruchtet diese mit seinen Spermien. Anders als bei vielen anderen Arten sind die Eier der Pandaschmerle nicht klebend. Die Eier rieseln also durch den Sand oder Kies, wo sie sich weiter entwickeln.
2. Das Leben beginnt als Larve
Im Gegensatz zu früheren Annahmen schlüpfen aus den Eiern noch keine fertig entwickelten Pandaschmerlen.
Ihr Leben beginnt als Larve mit einem großen Dottersack, der sie in den ersten Tagen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Damit hierfür genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen, ist eine sehr gute Ernährung des Muttertiers von entscheidender Bedeutung.
Die Larve ist in den ersten Tagen kaum zu erkennen und noch nahezu durchsichtig, lediglich der leicht gelbstichige Dottersack ist in diesem Stadium gut zu erkennen. Nach dem die Nährstoffe aus dem Depot aufgebraucht sind, ist die Larve auf Mikroorganismen und Futterresten im Bodensubstrat angewiesen, das Becken sollte also bereits gut eingefahren sein, damit die kleinen Larven genügend Nahrung finden können.
3. Nach einem Monat an der Oberfläche
Erst nach etwa vier Wochen kann man die ersten, fertig entwickelten Jungtiere an der Oberfläche des Bodengrunds sehen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Pandaschmerlen ungefähr 1cm groß und weisen bereits ihre typische schwarz, weiße Färbung auf. Die adulten Tiere stellen dem Nachwuchs nicht nach und lassen diesen meist unbeachtet in Ruhe. Die kleinen Tiere sind aufgrund ihrer Größe aber weiterhin auf Mikroorganismen und feinen Aufwuchs angewiesen, damit sie überleben können. In den kommenden Wochen wachsen die Tiere sehr schnell und legen bald ihre anfängliche Schüchternheit ab und sind sehr aufmerksam und neugierig.
Alles von Anfang
Und das war alles, was ich nach wochenlanger Recherche herausfinden konnte. Zugegeben grundlegende, wichtige Informationen waren dabei, zumindest ein grobes Bild konnte ich mir nun von der gezielten Vermehrung machen. Das ist aber noch sehr weit entfernt von den zahlreichen Informationen, die man beispielsweise zur Zucht von Lebendgebährenden, Buntbarschen oder Welsen herausfinden kann.
Ich stehe also quasi am Anfang und muss die paar Informationen, die ich habe, durch meine eigenen Beobachtungen und Schlussfolgerungen ergänzen und dadurch hoffen weitere Erkenntnisse und Fortschritte erlangen zu können. Insbesondere die Laichbereitschaft und die Versorgung der Larven und Jungtiere stellt einen dabei vor große Herausforderungen. Aber auch die Entwicklung einer Art Zuchtkasten für die freilaichenden Schmerlen wird nicht gerade einfach, da die Tiere wirklich sehr wählerisch sind bei der Wahl ihrer Brutstätte. Es gibt also noch viele Hürden und noch wenige Lösungsansätze, die einen näher an eine gezielte Zucht der Tiere bringt, ich bleibe aber zuversichtlich einen Weg zu finden das umsetzen zu können. Und vielleicht bleibe ich auf meinem Weg auch nicht der Einzige, der ein Interesse an meinem Vorhaben zeigt. Solltest du also vielleicht schon Erfahrung haben oder auch nicht und nur eine Idee, dann würde ich mich freuen von dir zu hören. Über jede Anregung oder Kritik bin ich überaus. dankbar.
Schritt für Schritt
Aus anderen Bereichen des Lebens habe ich gelernt, dass wenn man das Gefühl hat vor einer zu großen Herausforderung zu stehen, die nicht bewältigbar erscheint, dann hilft es nur Schritt für Schritt vorzugehen und das Problem in viele Kleine aufzuteilen. Auf anderem Weg verliert man schnell die Motivation oder man wird sogar frustriert, der Beginn vom Ende. Daher werde ich auch bei meinem Zuchtprojekt genau so vorgehen und versuchen in kleinen Schritten meinem Ziel näher zu kommen. Und bei allem, was ich versuche und probiere, möchte ich dich daran teilhaben lassen in meinem Blog. Im Bereich Zucht werde ich dort regelmäßig über neue Themen und Fortschritte meines eigenen Projektes berichten. Dort gibt es auch noch mal eine detailliertere Zielsetzung, sowie Ideen und Ansätze für meine nächsten Schritte, wenn du genau verfolgen möchtest, wie es bei meiner Zucht weitergeht.
Neue Entdeckungen
Wenn es dich allerdings nicht so sehr interessiert, was ich so experimentiere und was teilweise auch schiefgehen wird, dann sollst du hier zumindest einen Überblick erhalten über neue, erfolgreiche Erkenntnisse und Entdeckungen, die ich über die Zucht der Pandaschmerlen gelernt habe.

